Diffuser Haarausfall bei Frauen und Männer

Der Verlust von bis zu 100 Kopfhaaren ist naturgegeben und somit kein Grund zur Sorge. Besteht aber über einen längeren Zeitraum übermäßiger Haarausfall bzw. lichtet sich der Schopf zusehends, liegt die Diagnose diffuser Haarausfall oftmals nicht fern. Bei dieser Form dünnt die gesamte Haarpracht aus, ohne dass sich bestimmte kahle Stellen ausmachen lassen. Hiermit ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegeben. Diffuser Haarausfall kann in jedem Alter in Erscheinung treten und betrifft mehr Frauen als Männer. Neben schweren Infektionen, strikten Diäten, Vergiftungen kommen aber auch harmlose Ursachen infrage. Erfahren Sie im Folgenden mehr hierüber.

Diffuser Haarausfall und Nährstoffe

Die Haarfollikelzellen sind äußerst teilungsaktiv und benötigen eine Vielzahl an Nährstoffen, Vitamine und Mineralstoffen bzw. Spurenelemente. Speziell Eisen, Zink, Kupfer, Eiweiß und zahlreiche B-Vitamine sind unerlässlich für die Bildung von gesunden und kräftigen Haaren. Besondere Aufmerksamkeit verdient Eisen. So besteht ein deutlich erkennbarer Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Haarausfall. Aber auch ein Mangel an Zink, Kupfer und Biotin beeinträchtigen das Haarwachstum und ist für den Erhalt der Haargesundheit abträglich.

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Diffuser Haarausfall nach der Schwangerschaft

Verstärkter Haarausfall mehrere Monate nach der Geburt ist nicht unüblich und wird in Fachkreisen postpartales Effluvium genannt. Während der Schwangerschaft begünstigt der hohe Östrogenspiegel schöne Haut sowie volle und glänzende Haare. Nach der Geburt aber sinkt der Östrogenspiegel rapide und hierdurch treten viele Haare synchron in die Ruhephase ein. Diese Haare durchlaufen nun dieses mehrere Monate dauernde Stadium und fallen am Ende aus. Das postpartale Effluvium hinterlässt keine Lichtung der Haare und erstreckt sich meist nur über wenige Wochen und ist grundsätzlich nicht behandlungsbedürftig.

Diffuser Haarausfall nach dem Absetzen der Pille

Auch nach dem Absetzen von oralen Kontrazeptiva kommt es bei nicht wenigen Frauen zu vorübergehendem Haarausfall. Diese Verhütungsmittel enthalten in der Regel Gestagene wie auch Östrogene. Genauso wie nach der Schwangerschaft sinkt der Östrogenspiegel nach dem Absetzen der Pille und hat mehrere Monate danach ein Verlust von telogenen Haaren zur Folge. Im Allgemeinen reguliert sich der Haarausfall ohne weiteres Zutun und ist somit nicht behandlungsbedürftig

Haarausfall durch die Pille

Weiblicher Haarausfall

In seltenen Fällen verursacht schon die Einnahme der Pille Haarausfall vom androgenetischen Typ. Die Haare werden also im Scheitelbereich lichter. Geschuldet ist dies den in der Pille enthaltenen Gestagenen. Manche dieser Hormone haben eine androgene Wirkung und beeinträchtigen das Haarwachstum bei Frauen mit einer entsprechenden Veranlagung. In solchen Fällen sind orale Kontrazeptiva mit antiandrogenen Eigenschaften eine attraktive Option.

Diffuser Haarausfall durch Medikamente

In zahlreichen Beipackzetteln ist die Nebenwirkung Haarausfall angeführt. Dabei verursachen nur relativ wenige Medikamente in gehäuftem Maß Haarausfall. Allgemein bekannt und gefürchtet ist die Wirkung von Chemotherapeutika auf den Haarwuchs. Vor allem hohe Dosen an gewissen Zytostatika schädigen die Haarmatrix in der Wachstumsphase. Der Haarzyklus wird unterbrochen und zugleich findet die mehrere Monate dauernde Ruhephase nicht statt. 1-3 Wochen nach dem Behandlungsbeginn setzt der Haarausfall ein.

Niedriege Dosen an Zytostatika und die meisten anderen Medikamente haben hingegen keine dermaßen schädigende Wirkung auf die Haarwurzel und bewirken vornehmlich telogenes Effluvium. Bei dieser Form durchlaufen die Haare den kompletten Haarzyklus, wobei die Wachstumsphase signifikant verkürzt ist. Zwischen der Ursache und dem Haarausfall vergehen gut 2-4 Monate. Glücklicherweise ist dieser in der Regel reversibel, sprich, die Haare wachen wieder nach.