Wichtige Informationen
zum Thema Haarausfall

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Diffuser Haarausfall

Haarverlust durch Nährstoffmangel, hormonelle Umstellung und Medikamente

Experten

Selbsthilfegruppen und ausgewiesene Experten für Haarausfall

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Diagnose

Möglichkeiten zur Bestimmung der Ursache

Haarausfall

Egal, ob der Verlust der Haare erblich bedingt, infolge einer nährstoffarmen Diät oder ein Symptom einer Erkrankung ist: Haarausfall stellt unabhängig von der Ursache für die Mehrheit eine überaus starke psychische Belastung dar. Insbesondere Frauen haben daran zu knabbern. Aber auch beim männlichen Geschlecht geht mit dem Verlust der Haare ein Verlust des Selbstwertgefühls einher. Bei über 10% gesellen sich zudem noch Symptome wie Kopfhautschmerzen, Juckreiz oder ein Spannungsgefühl hinzu. Erfahren Sie nun mehr über Haarausfall und dessen Behandlungsmöglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis:

Normaler täglicher Haarverlust


Telogenes Effluvium


Anagenes Effluvium


Haarwachstum im Alter


Haarausfall Im Herbst


Anlagebedingter Haarausfall


Diffuser Haarausfall


 Kreisrunde Haarausfall


Täglicher Haarausfall

Wenn Sie auf Ihrem Boden, Waschbecken oder Bürste zahlreiche Haare auffinden, ist dies noch kein Grund zur Besorgnis, denn Haarausfall ist naturgegeben und jeder Mensch verliert über den Tag verteilt 100 Kopfhaare. Diese Anzahl ist selbstverständlich nur ein grober Mittelwert und so können Personen mit einem besonders dichten Schopf auch schon mal mehr Haare verlieren, ohne Gefahr zu laufen, lichtes bzw. dünnes Haar zu bekommen. Auch an Tagen, an denen das Kopfhaar gewaschen wird, ist es nicht ungewöhnlich, dass mehr als die „üblichen“ 100 Haare verloren gehen.

Wichtige Information

Der Verlust von 100 bis 150 Kopfhaare ist naturgegeben und somit kein Grund zur Sorge!!

Normales Verhältnis von Wachstumsphase (85%) zu Ruhephase (13%) und Übergangsphase (2%)

Wichtiges

2-4 Monate nach dem Auslöser Haarausfall

Haarausfall ist diffus verteilt

Erhöhter Anteil von Haaren in der Ruhephase

bedenklich wie auch unbedenkliche Ursachen kommen infrage

Telogenes Effluvium

Im Fachkreisen wird vermehrter Haarausfall auch Effluvium genannt. Hiervon gibt es zwei verschiedene Formen: das anagene und telogene Effluvium. Letzteres nimmt bezüglich Haarausfall die Hauptrolle ein. So liegt bei der überwiegenden Mehrheit ein telogenes Effluvium vor. Kennzeichnend für diese Form ist der deutlich erhöhte Anteil von Haaren in der Ruhephase. Es sind also mehr Haare als gewöhnlich im letzten Stadium und umgekehrt weniger im Wachstum. Als Auslöser kommen diverse Umstände/Ursachen infrage. Manche sind behandlungsbedürftig, andere wiederum harmlos. Insbesondere Haarausfall im Herbst (Saisonaler Haarausfall) oder nach der Schwangerschaft (postpartaler Haarausfall) gelten als unbedenklich.

Am letzten Beispiel lässt sich das telogene Effluvium gut illustrieren. So verbleiben die Haare durch den erhöhten Östrogenspiegel in der Schwangerschaft länger in der Wachstumsphase, nach der Geburt sinkt dieser aber umgehend und viele Haare gehen synchronisiert in die Ruhephase über. Dieses 3-4 Monate dauernde Stadium wird nun gänzlich durchlaufen. Anschließend folgt ein neuer Zyklus. Ein neues Haar wird gebildet und das alte geht verloren.

Das telogene Effluvium ist in der Regel nicht auf ein spezifisches Areal begrenzt, sondern betrifft das Haupthaar diffus. Erfreulicherweise ist mit einer sichtbaren Ausdünnung der Haarpracht nicht zu rechnen. Bedingt durch die Länge der Ruhephase vergehen zwischen dem Auslöser und dem Haarausfall gut 2–4 Monate. Für die Diagnose spielt neben der Anamnese auch Untersuchungsmethoden wie Trichogramm oder Trichoscan eine wichtige Rolle.

Anagenes Effluvium

Infolge einer Chemotherapie kommt es nicht selten zu anagen Effluvium. Insbesondere bestimmte Zytostatika unterbrechen oftmals den Haarzyklus in der Wachstumsphase und der Übergang in die mehrere Monate dauernde Telogenphase (Ruhephase) unterbleibt. Dies bedingt den schnell eintretenden Haarverlust. Zwischen dem Behandlungsbeginn und dem darauffolgenden anagen Effluvium vergehen nur wenige Wochen. Niedrige Dosen an Zytostatika führen hingegen zu telogenen Effluvium. Mittels Haarwurzelanalyse lässt sich die Art des Effluviums bestimmten.

Haarwachstum im Alter

Im fortgeschrittenen Alter kommt es nicht nur zur Ergrauung der Haarpracht, auch lässt der Haarwuchs ab dem 30. Lebensjahr nach. Neben der Geschwindigkeit des Haarwachstums nimmt auch der Haardurchmesser ab. Dies erklärt auch dem auffälligen Umstand, weshalb Menschen gehobenen Alters mit langen und vollen Haaren überaus selten anzutreffen sind. Ursache ist eine nachlassende Versorgung der Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Eine zufriedenstellende Behandlung erweist sich als schwierig. Allgemein aber ist eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung zuträglich. Zudem ist eine Reduktion des Tabakkonsums bzw. ein vollständiger Verzicht anzuraten.

Starker Haarausfall im Herbst

Bei einigen Menschen kann es vor allem in den Herbst- und Frühlingsmonaten zu verstärktem Haarausfall kommen. Dieses Phänomen dauert meist nur wenige Wochen und ist höchstwahrscheinlich ein evolutionäres Überbleibsel. Am auffälligsten ist diese Veranlagung bei Tieren. So können wir den saisonalen Haarwechsel am besten bei unseren eigenen Haustieren beobachten. Diese hinterlassen speziell in den Herbsmonaten haufenweise Haare auf Möbeln, Teppichen und Kleidungsstücken.

Dass der Mensch einem ähnlich gearteten Phänomen unterliegt, hat die Arbeitsgruppe von Courtois 1996 festgestellt. Ihren Ergebnissen nach liegt der Anteil der Telogenhaare (bald ausfallende Haare) im Herbst am höchsten. Der Grund hierfür dürfte die starke und lange Sonnenbestrahlung in den Sommermonaten sein, die dazu führt, dass immer mehr Haare von der Wachstumsphase in die Ruhephase übergehen und dann im Herbst ausfallen. In welchem Ausmaß dies geschieht, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn erwünscht, können Vitalstoffkombinationen (Pantovigar und Priorin) eingesetzt werden.

Androgenetische Alopezie

Anlagebedingter Haarausfall ist die häufigste Form von Haarschwund. Über 60 % der Männer leiden an dieser Form. Sie betrifft aber nicht wie landläufig angenommen nur Männer, sondern auch 20-30 % der Frauen. Die Ursache für das Ausdünnen der Haarpracht liegt in einer genetisch bedingten Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT). Alles beginnt mit der Vorstufe Testosteron. Das Hormon gelangt über den Blutkreislauf an die Haarfollikel und wird mithilfe eines Enzyms in Dihydrotestosteron(DHT) umgewandelt. DHT verkürzt nun bei den überempfindlichen Haarfollikeln die Wachstumsphase und lässt diese sogar verkümmern. Infolgedessen werden die heranwachsenden Haare immer kleiner und dünner. Die androgenetische Alopezie wird vererbt. Sollten also die Eltern schon daran gelitten haben, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass deren Kinder dasselbe Schicksal ereilt.

Männliches Muster

Häufig beginnt der Haarausfall beim Mann mit Anfang 20.
Die ersten Anzeichen sind die immer größer werdenden Geheimratsecken.
Im weiteren Verlauf lichten sich die Haare auf dem oberen Hinterkopf. Schlussendlich laufen die Geheimratsecken und lichten Stellen zusammen und bilden eine „Glatze“. Nicht bei allen Männern vollzieht sich der Haarausfall nach diesem Schema. Bei etwa 20 % verläuft er nach weiblichem Muster..

Weibliches Muster

Wie oben erwähnt, sind auch viele Frauen von anlagebedingten Haarausfall betroffen. Bei ihnen manifestiert sich dieser meist nach dem 40. Lebensjahr. In den Jahren davor schützt der hohe Östrogenspiegel die empfindlichen Haarfollikel. In den 40ern sinkt dann die Produktion des Geschlechtshormons und die genetische Veranlagung kommt zum Tragen. Häufig wird der Haarausfall erst richtig sichtbar in den Wechseljahren. Im Unterschied zum männlichen Muster entstehen beim weiblichen keine Geheimratsecken, vielmehr dünnt das Haar im Scheitelbereich aus. Nebenbei sei noch erwähnt, dass die Haarfollikel nicht so stark verkümmern wie es beim Mann der Fall ist. Es entsteht also in der Regel keine „Glatze“

Diffuser Haarausfall

Charakteristisch für diese Form ist die diffuse Ausdünnung der gesamten Haarpracht. Die Haare werden insgesamt dünner und die Kopfhaut scheint im fortgeschrittenen Stadium durch. Die Ursachen sind mannigfaltig.

So führt die Hormonumstellung nach der Geburt oder das Absetzen der Pille zu vorübergehendem Haarverlust, ohne dass dabei aber eine ernsthafte Gefahr einer Haarlichtung besteht. Wohingegen die Einahme von Medikamenten, übermäßiger Stress, schlechte Ernährung, diverse Krankheiten oder ein Funktionsstörungen der Schilddrüse dünner werdendes Haar zur Folge haben kann. In der Regel manifestiert sich der Haarausfall mehrere Monate nach der Ursache. Da der diffuse Haarausfall grundsätzlich reversibel (umkehrbar) ist, recht meist schon die Behebung des Auslösers. Bis der Schopf die alte Haardichte aufweist, vergehen gut 6-12 Monate. Demnach ist Geduld gefragt.

Kreisrunder Haarausfall

Eine weitere Form ist der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt. Auffällig sind bei dieser Form die scharf begrenzten kahlen Stellen. Diese erreichen meiste eine Größe von 3-4cm, die dann auch zu einer größeren Fläche zusammenfließen können.

Sonderformen stellen die Alopecia totalis und Alopecia universalis dar. Erstere zeichnet sich durch den Verlust der kompletten Kopfbehaarung aus. Bei der Alopecia Universalis können große Teile der Kopf- und Körperbehaarung verloren gehen.

Einiges deutet darauf hin, dass es sich bei dieser Form um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der die Immunzellen fälschlicherweise das eigene haarbildende System bekämpfen. Die hierdurch entstehende Entzündung hemmt bzw. unterbricht den Stoffwechsel der Matrixzellen, was letztens Haarverlust zur Folge hat.

Oft wachsen die Haare an den kahlen Stellen innerhalb von 6 Monaten wieder von selbst nach. Es besteht aber ein hohes Risiko, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder erneut auftreten. Sollte eine Behandlung erwünscht sein, stehen verschiedenste Möglichkeiten zur Verfügung.

Quellen und weiterführende Links:

Raab, W.: Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis. Springer, Heidelberg 2012

Courtois M et al: Periodicity in the growth and shedding of hair. Br J Dermatol. 1996

Akutelles über Haarausfall und Haarerkrankungen auf https://www.haarerkrankungen.de/aktuelles/

Mehr über Haarausfall und Umwelteinflüsse auf https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse