Was tun gegen Haarausfall?

Was tun gegen Haarausfall? Durch welche Behandlung bekommt man(n) dickere und vollere Haare? Mit diesen und ähnlichen Fragen stehen Sie nicht alleine, denn viele Menschen leiden an dünner werdenden Haaren.

In fast allen Kulturkreisen wird volles Haar mit Erfolg, Vitalität und Attraktivität assoziiert. Vor allem in der westlichen Welt spielen sie eine herausragende Rolle. Insofern ist es nur verständlich, dass Betroffene dem Ausdünnen der Kopfhaare nicht tatenlos zusehen wollen und nach Möglichkeiten suchen, den Haarverlust zu stoppen oder gar rückgängig zu machen.

Schon die Römer suchten nach Methoden und Haarwuchsmittel, welche das Haarwachstum fördern. Für sie hatte der Schopf eine besondere Bedeutung und galt schlechthin als Statussymbol. Um diesen zu erhalten, setzten sie verschiedene Samen, Pflanzen und Tinkturen ein.

Dank wissenschaftlicher Weiterentwicklung wissen wir heute weitaus mehr über das Haarwachstum als früher. So spielen nicht nur die Ernährung und Hormone eine wichtige Rolle, sondern auch das psychische Befinden. Diese Erkenntnis hilft, wirksame Behandlungsformen zu entwickeln.

Erfahren Sie im Folgenden, welche Ursachen hinter Haarausfall stecken, wie Haarwachstum vonstatten geht und wie Sie diesen unterstützen bzw. anregen können. Weiters stellen wir Methoden vor, welche die lichten Stellen verbergen.

Normaler Haarausfall

Wenn Sie auf Ihrem Boden, Waschbecken oder Bürste zahlreiche Haare auffinden, ist dies noch kein Grund zur Besorgnis,denn  Haarausfall ist naturgegeben und jeder Mensch verliert über den Tag verteilt bis zu 100 Kopfhaare. Diese Anzahl ist selbstverständlich nur ein grober Mittelwert und so können Personen mit einem besonders dichten Schopf auch schon mal mehr Haare verlieren, ohne Gefahr zu laufen, lichtes bzw. dünnes Haar zu bekommen. Auch an Tagen, an denen das Kopfhaar gewaschen wird, ist es nicht ungewöhnlich, dass mehr als die „üblichen“ 100 Haare verloren gehen. Zudem gibt es ohnehin Phasen, wo mal mehr mal weniger Haare ausfallen.

Problematisch wird der Haarverlust erst, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen. Wenn also über einen längeren Zeitraum übermäßig viele Haare ausfallen, sich lichte beziehungsweise kahle Stellen bilden, sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Dies gilt vor allem für vernarbendem Haarausfall . Meist kann der Arzt schon anhand vom Erscheinungsbild die Form und  Ursache des Haarausfalls bestimmen und über etwaige Behandlungsmöglichkeiten informieren.

 Mögliche Gründe für Haarausfall

  •  Nährstoffmängel infolge von Diäten oder Krankheiten
  • Einnahme von Medikamenten (Retinoide, Säureblocker, Antibiotika, usw.)
  • Autoimmunerkrankung
  • Genetische Veranlagung ➠ häufigste Ursache
  • Übermäßiger Stress
  • Hauterkrankungen und Pilzinfektionen
  • Strahlentherapie bei Krebs
  • Hormonumstellung nach der Schwangerschaft
  • Schwermetallvergiftung
  • Infektionskrankheiten (Scharlach, Grippe, usw.)

Vermehrter Haarausfall im Herbst

Bei einigen Menschen kann es vor allem in den Herbst- und Frühlingsmonaten zu verstärktem Haarausfall kommen. Dieses Phänomen dauert meist nur wenige Wochen und ist höchstwahrscheinlich ein evolutionäres Überbleibsel. Am auffälligsten ist diese Veranlagung bei Tieren. So können wir den saisonalen Haarwechsel am besten bei unseren eigenen Haustieren beobachten. Diese hinterlassen speziell in den Herbsmonaten haufenweise Haare auf Möbeln, Teppichen und Kleidungsstücken.

Dass der Mensch einem ähnlich gearteten Phänomen unterliegt, hat die Arbeitsgruppe von Courtois 1996 festgestellt. Ihren Ergebnissen nach liegt der Anteil der Telogenhaare (bald ausfallende Haare) im Herbst am höchsten. Der Grund hierfür dürfte die starke und lange Sonnenbestrahlung in den Sommermonaten sein, die dazu führt, dass immer mehr Haare von der Wachstumsphase in die Ruhephase übergehen und dann im Herbst ausfallen. In welchem Ausmaß dies geschieht, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn erwünscht, können Vitalstoffkombinationen (Pantovigar und Priorin) eingesetzt werden.

Androgenetische Alopezie

Anlagebedingter Haarausfall ist die häufigste Form von Haarschwund. Über 60 % der Männer leiden an dieser Form. Diese betrifft aber nicht wie landläufig angenommen nur Männer, sondern auch 20-30 % der Frauen. Die Grund für das Ausdünnen der Haare liegt in einer genetisch bedingten Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen. Diese gelangen über den Blutkreislauf an das Haarfollikel und werden durch das Enzym 5-alpha-Reduktase in das potentere Steroid Dihydrotestosteron umgewandelt. Jenes Hormon verkürzt die Wachstumsphase und lässt die empfindlichen Haarwurzeln verkümmern. Infolgedessen werden die heranwachsenden Haare immer kleiner  und dünner und sind somit für die Augen kaum mehr sichtbar. Die androgenetische Alopezie wird vererbt. Sollten also die Eltern schon daran gelitten haben, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass deren Kinder dasselbe Schicksal ereilt.

 

 

hormoneller haarausfall

Verlauf des männlichen Haarausfalls

Männliches Muster

Häufig beginnt dieser beim Mann mit Anfang 20.
Die ersten Anzeichen sind die immer größer werdenden Geheimratsecken.
Im weiteren Verlauf lichten sich die Haare auf dem Hinterkopf. Schlussendlich laufen die Geheimratsecken und lichten Stellen zusammen und bilden eine Glatze. Nicht bei allen Männern vollzieht sich der Haarausfall nach diesem Schema. Bei etwa 20 % verläuft er nach weiblichem Muster.

 

 

 

 

 

 

hormoneller haarausfall

Weiblicher Haarausfall

 

Weibliches Muster

Auch Frauen sind vom anlagebedingten Haarausfall betroffen. Bei ihnen manifestiert sich dieser meist ab dem 40. Lebensjahr. Anders als beim männlichen Haarschwund verläuft dieser schubweise, da Frauen verstärkt hormonellen Schwankungen unterworfen sind.  Manchmal wird der Haarausfall erst richtig sichtbar mit Beginn der Wechseljahre. Im Unterschied zum männlichen Haarausfall entstehen beim weiblichen keine Geheimratsecken. Vielmehr kommt es zur Ausdünnung im Scheitelbereich. Nur bei sehr wenigen kommt es zu einer kompletten Glatze.

 

 

 

 

 

 

Diffuser Haarausfall

Charakteristisch ist für diese Form die diffuse Ausdünnung auf dem ganzen Kopf. Die Haare werden insgesamt dünner und die Kopfhaut scheint immer stärker durch. Meist lassen sich die Haare ohne großen Widerstand herausziehen. Die Ursachen sind mannigfaltig.

So kann die Hormonumstellung nach der Geburt zu verstärktem Haarverlust führen, aber auch Medikamente (Retinoide, Beta-Blocker, usw.), Stress, Depressionen, schlechte Ernährung, Krankheiten (Pilzerkrankungen, Diabetes mellitus, Scharlach) können zur Lichtung des Haares beitragen. Überdies wirkt sich ein Vitaminmangel, der infolge einer Diät oder schlechter Ernährung entsteht, negativ auf das Haarwachstum aus. Da der diffuse Haarausfall reversibel ist, wachsen die Haare nach der Behebung der Ursache wieder nach.

 

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall

Die zweithäufigste Form ist der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt. Auffällig sind bei dieser Form die scharf begrenzten kahlen Stellen. Diese erreichen meiste eine Größe von 3-4cm, die dann auch zu einer größeren Fläche zusammenfließen können. Sonderformen stellen die Alopecia totalis und Alopecia universalis dar. Erstere zeichnet sich durch den Verlust der kompletten Kopfbehaarung aus. Bei der Alopecia Universalis können große Teile der Kopf- und Körperbehaarung verloren gehen.

Einiges deutet darauf hin, dass es sich bei dieser Form um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der die eigenen Haare als Fremdkörper wahrgenommen und bekämpft werden. Des Weiteren spielen auch Ernährung und Stress im Krakheitsgeschehen eine herausragende Rolle.

Oft wachsen die Haare an den kahlen Stellen innerhalb von 6 Monaten wieder von selbst nach. Es besteht aber ein hohes Risiko, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder erneut auftreten. Sollte eine Behandlung erwünscht sein, stehen unter anderem kortisonhaltige Salben zur Verfügung. Auch hat sich die Einnahme von Zink in einigen Fällen als nützlich erwiesen.

Haarwuchsmittel

Sie versprechen Abhilfe, doch nur wenige sind tatsächlich wirksam. Die Rede ist von Haarwuchsmitteln. Zu diesen Produkten wird gegriffen, wenn der Wunsch besteht, dass Haupthaar zu erhalten bzw. die lichten Stellen zu verdichten. Welche Haarwuchsmittel aber diesen Anspruch erfüllen und wie diese wirken, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

 

Da beim hormonellen Haarausfall der Haarbulbus und die dermale Papille zunehmend verkümmern und infolgedessen die Haarwurzel nur noch unzureichend mit Blut und Nährstoffe versorgt werden, können Produkte hilfreich sein, welche die Zufuhr von Vitalstoffen verbessern. Denn erst wenn die Haarwurzeln genügend Nährstoffe erhalten, bilden sich gesunde und kräftige Haare. Momentan gibt es verschiedene Produkte, die das begünstigen. Am effektivsten ist mit Sicherheit Minoxidil (Regaine), dieser Wirkstoff vergrößert erwiesenermaßen die Blutgefäße um die Haarfollikel und steigert damit deren Versorgung mit wichtigen Nährstoffen. Doch nicht nur synthetische Stoffen wird diese Wirkung zugesprochen, auch Pflanzen wie Bockshornklee und Brenneseln steigern den Blutfluss. Ob diese Gewächse aber den Haarausfall letzten Endes stoppen bzw. verzögern, ist bis heute nicht belegt!

 

 

Auf einem anderen Mechanismus beruhend, aber genau so wirksam sind jene Haarwuchsmittel, die die überempfindlichen Haarfollikel „schützen“. Mit zunehmendem Alter reagieren diese immer sensibler auf männliche Geschlechtshormone und beginnen, wie bereits erwähnt, zu schrumpfen. Bei Frauen wird dies oftmals erst in der Menopause sichtbar. Bei Männern dünnt das Kopfhaar oftmals schon ab dem  20. Lebensjahres aus. Erfreulicherweise können wir dieser Entwicklung entgegensteuern. Vor allem der für Männer zugelasseneWirkstoff Finasterid senkt die Konzentration desjenigen Hormons, welches für die Verkümmerung der Haare verantwortlich ist. Frühzeitig angewannt, kann der Wirkstoff den Haarausfall stoppen und die geschwächten Haare stärken. Nicht so effektiv, dafür aber mit weniger Nebenwirkung behaftet, ist die lokale Anwendung von Alfatriadol. Diese Substanz verlangsamt das Fortschreiten des Haarausfalls. Im besten Fall wird dieser sogar über eine längere Zeit gestoppt.

Haarausfall und Vitamine/Nährstoffe

Die Erkenntnis, dass die extrem aktiven Haarwurzelzellen auf reichlich Nährstoffe angewiesen sind, dürfte wohl bei niemandem große Verwunderung hervorrufen. So ist allgemein bekannt, dass sich ein Mangel an Vitalstoffen oftmals durch dünner werdendes Haar offenbart. Volles und dichtes Haar gilt demnach regelrecht als Indikator für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Was aber, wenn das Kopfhaar nicht mehr so wächst wie gewünscht? Welche Mängel sind sogar in unserer hoch entwickelten Gesellschaft möglich? Und sollte ein Nährstoffdefizit vorliegen, mit welchen Nahrungsmitteln lässt sich der Mangel am besten beheben?

Vitamine und Haarausfall

 

Narovital

Rauchen und Haarausfall

Eine gesunde Möglichkeit das Haarwachstum zu unterstützen, ist, den Tabakkonsum zu reduzieren. Denn neue Studien legen nahe, dass Raucher nicht nur früher die Haare verlieren, sondern auch schneller ergrauen. Eine Befragung von 740 Männern zwischen 40 und 90 Jahren im Far Eastern Memorial Hospital ergab, dass Raucher im Vergleich zu gleichaltrigen Nichtrauchern mit über 80% höherer Wahrscheinlichkeit an drogeninduziertem Haarausfall leiden. Nach Ansicht der Forscher dürfte dies daran liegen, dass die Schadstoffe im Rauch die Blutgefäße rund um die Haarwurzel schädigen. Außerdem fördert der Tabakkonsum Entzündungsreaktionen in der Haut, welche sich wiederum negativ auf das Haarwachstum auswirken.

 

Trockenes/sprödes Haar

Nicht nur Haarausfall stellt für viele ein Problem dar, auch spröde, matte und trockene Haare sind oftmals ein Grund zur Besorgnis. Ursachen für sprödes Haar gibt es viele. Insbesondere das übermäßige Waschen sowie die Anwendung falscher Pflegeprodukte können schädlich sein. Außerdem sind extreme klimatische Bedingungen wie übermäßige Hitze bzw. Kälte der Haargesundheit abträglich. Kommen zusätzlich noch starke Sonnenbestrahlung, Meeresluft, Chlorwasser oder sonstige belastende Umwelteinflüsse hinzu, ist es gar nicht mehr gut um das Haar bestellt. Abhilfe können unter anderem Conditioner und Haaröle (Kokosöl) schaffen. Diese Produkte wurden dahingehend konzipiert, dass Haupthaar mit allem Nötigen zu versorgen. Vor allem Haaröle führen dem Haar wichtige Fette zu, was besonders Langhaarigen zugutekommt, da deren eigene Talgproduktion meist nicht mehr ausreicht. Zusätzlich enthalten diese Produkte noch UV-Absorber, welche die Haare vor den schädlichen Strahlen schützen.

Haarzyklus

Wir verdanken es dem asynchronen Haarwachstum, dass unsere Kopfhaut durchgehend mit Haaren bedeckt ist. So hat jeder Haarfollikel seinen eigenen vom Nachbar Follikel unabhängigen Rhythmus. Solange sich nur ausreichend Haare im Wachstum befinden, hinterlässt der tägliche Haarverlust keine Spuren. Es ist auch erwiesen, dass die Haardichte von der Jahreszeit abhängt. So liegt im März die Anagenrate (Haare im Wachstum) mit 90% am höchsten, im Verlauf des Jahres sinkt sie stetig, bis sie im August ihren Tiefstand erreicht hat. Bei krankhaftem Haarausfall lässt sich zumeist auch eine niedrige Anagenrate feststellen.

 

Anagen (Wachstumsphase)

Von den durchschnittlich 100.000 Kopfhaaren befinden sich normalerweise 85-90% in der Wachstumsphase.Während dieser Phase weisen die Haarfollikel eine extrem hohe Aktivität auf. So teilen sich die Haarzellen 5x so schnell wie übliche Hautzellen. Die Länge der Anagenphase ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von genetischen und hormonellen Faktoren ab. Durchschnittlich beträgt sie aber beim Mann 2-4 Jahre, bei einer Wachstumsgeschwindigkeit von ca 0.035cm/tag ergibt sich eine maximale Haarlänge von 52cm.

Die Haare der Frauen wachsen zwar ein bisschen langsamer, befinden sich dafür um bis zu 2 Jahre länger im Anagenstadium und können dadurch eine Länge von 80cm erreichen. Haare, die sich in der Wachstumsphase befinden, nennt man Papillarhaar.

Wie Haare schneller wachsen lassen?

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Übergang (katagenphase)

Im Anschluss an die Wachstumsphase beginnt die Katagenphase. Bis zu 2% der Haare sind in diesem 3-4 Wochen dauerenden Stadium. In dieser Phase verkümmern die Haarfollikel und die Haare werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Es finden Umbauvorgänge in der Haarwurzel statt.
Haare in dieser Phase nennt man Beethaar.

 

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Ruhephase (Telogenphase)

Im letzten Stadium befinden sich gewöhnlich 12-15% der Kopfhaare. In den 4 Monaten regenerieren sich die Haarfollikel wieder und bilden neue Haare. Haare, die sich in dieser Phase befinden, nennt man auch Kolbenhaare.

 

Wissenswertes über Haare

Haare zählen wie Fuß- und Fingernägel zu den Hautanhangsgebilden. Zu 80 % bestehen Haare aus Keratin, diese Eiweißverbindung verleiht ihnen die nötige Elastizität und Festigkeit. Wasser macht 15% der Gesamtmasse aus. Die restlichen 5% sind Pigmente, Mineralien, Fette. Erstere werden von Melanozyten produziert und verleihen den Haaren die individuelle Farbe. Durchschnittlich beträgt die Haardicke von Mitteleuropäern 0.06mm. Auch wachsen diese mit 2.5mm/Woche am zweitschnellsten, nur Barthaare wachsen mit 2,8mm/Woche noch schneller.

Außer an den Handinnenflächen, Fußsohlen, Brustwarzen und Lippen hat der Mensch am ganzen Körper Haare. Von den 5 Millionen befinden sich ca 90.000-150.000 auf dem Kopf. Blonde weisen die meisten Kopfhaare auf, gefolgt von Braunhaarigen, Schlusslicht bilden die Rothaarigen mit nur ca. 90.000. Männer haben schneller wachsende und dichtere Haare als Frauen, ihre hingegen befinden sich länger in der Wachstumsphase. Auch zwischen Ethnien gibt es große Unterschiede. So haben Europäerinnen mit über 120.000 Haaren den dichtesten Schopf. Asiatinnen 90.000 und Afrikanerinnen mit nur 81.000 die wenigsten Haare.

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Diagnosemethoden -Was tun gegen Haarausfall

 

Zupftest

Der Zupftest ist die einfachste Methode um den Schweregrad des Haarverlustes festzustellen. Dazu werden an mehreren Stellen mit dem Zeigefinger und Daumen einige Haare gegriffen und leicht an ihnen gezogen. Sollten sich 30-40 % der Haare lösen, ist von krankhaftem Haarausfall auszugehen. Wichtig ist auch noch zu ermitteln, ob sich die Haare mit oder ohne Wurzeln gelöst haben.

 

Trichogramm

Bei dieser Untersuchungsmethode wird mittels Lichtmikroskop das Verhältnis von wachsenden zu ruhenden Haaren bestimmt. Hierfür werden 50 Haare von der betroffenen Stelle und weitere 50 von einem gesunden Areal ausgerissen und separat unter Beschau genommen. Anhand der Haarwurzelformen kann der Arzt nun feststellen, ob ein Gleichgewicht zwischen den Wachstumsphasen besteht. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, sollte ca.1 Woche lang aufs Haarewaschen verzichtet werden. Auch tragen übermäßiges Stylen und Haarefärben zur Verzerrung des Resultats bei. Der große Nachteil diese Verfahren sind die Schmerzen,die durchs Haare ausreißen entstehen.

Trichoscan

Ein weitaus exakteres Verfahren ist der Trichoscan. Mithilfe dieses computergestützten Analyseverfahrens können Haardichte, Art der Haare, dicke der Haare und auch das Verhältnis von wachsenden zu ruhenden Haaren bestimmt werden. Anders als beim Trichogramm werden bei diesem Verfahren keine Haare herausgerissen, sondern nur eine Fläche von 2cm² rasiert. Nach 3 Tagen wird diese Stelle eingefärbt und anschließend eine Aufnahme angefertigt. Anhand dieser kann eine Software berechnen, wie viel Prozent der Haare sich in der Wachstumsphase befinden. Großer Vorteil der Trichoscans ist, dass Behandlungserfolge schnell gemessen werden können.

 

Bei diffusem Haarausfall ist eine gründliche Blutuntersuchung angezeigt. Denn oftmals ist Haarausfall nur ein Symptom einer dahinter liegenden Krankheit. Um der Ursache auf die Schliche zu kommen, reichen meisten schon 4 Parameter aus. So sollte der Fokus auf den Hämoglobin-, Ferritin-, TSH-, Blutsenkungswerten liegen. Wenn Frauen zusätzlich noch männliche Körperbehaarung haben oder Menstruationsstörungen auftreten, sollte ein Endokrinologe hinzugezogen werden.